Zeitzeugengespräch mit Frau Ingrid Oppermann an der Paul-Hindemith-Schule

Im Rahmen der Interkulturellen Wochen besuchte Ingrid Oppermann am 16.11.2017 die Paul-Hindemith-Schule in Kooperation mit Gretel Ghamsharick vom Verein Jüdisches Leben Frankfurt am Main und der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung. Unter dem Themenschwerpunkt „Exil in der Türkei“ fand das Zeitzeugengespräch in der Schulbibliothek mit der freundlichen Unterstützung von Frau Angela Dunker (Schul- und Stadtbibliothek Frankfurt) statt. Die zwei Klassen 10a und 10b lauschten Frau Oppermanns interessanten Erzählungen über deren Familiengeschichte und Schicksal. Sie erzählte von der Flucht des Vaters Wolfgang Gleissberg als Professor während des Nationalsozialismus. Denn der Vater hatte einen jüdischen Großvater und verlor so seine Anstellung als Professor, wie viele Professoren und Gelehrte mit jüdischer Herkunft in der damaligen Zeit. Aus Angst vor Deportation flüchtete er nach Istanbul und erhielt dort Asyl und eine Anstellung an der Universität. Frau Oppermann ist aus diesem Grunde auch dort geboren und hat ihre Kindheit dort verbracht, sie spricht fließend Türkisch. Ende der Fünfziger Jahre kehrte die Familie nach Deutschland zurück und Professor Gleisberg übernahm die Leitung des Astronomischen Instituts in Frankfurt. Frau Oppermann blieb in Deutschland, kehrt jedoch seitdem regelmäßig zu Besuch nach Istanbul zurück. Sie war bis ins Pensionsalter als Lehrerin in Baden-Württemberg tätig. Die SUS und beteiligten Lehrkräfte Deneke, Rosenau und Tanner sind für die Erfahrung eines Zeitzeugengesprächs sehr dankbar, da es eine viel einprägsamere und beeindruckendere Erfahrung und Informationsmöglichkeit als die eines Lehrbuches ist. Am Ende konnten die SUS persönliche Fragen an Frau Oppermann stellen. Wir bedanken uns noch mal sehr herzlich bei Frau Oppermann und Frau Ghamsharick für diese einmalige Erfahrung.
Zeitzeugengespräch
Loombänder