Konzept Praxis und Schule (PuSch A) Dieses Konzept beinhaltet das pädagogische Konzept für die PuSch A-Klasse und Angaben über - die Einbindung der PuSch-Fördermaßnahme in das Schulprogramm, - die Zusammenarbeit und Aufgabenverteilung zwischen den Lehrkräften und der sozialpädagogischen Fachkraft, - die Zusammenarbeit zwischen der allgemeinbildenden Schule und der kooperierenden beruflichen Schule.

Vorbemerkung

Seit dem Schuljahr 2006/2007 bis zum Schuljahr 2014/15 gab es eine SchuB- Maßnahme an der Paul-Hindemith-Schule. Die Zielsetzungen des PuSch–Programms ähneln denen der SchuB-Maßnahme, so dass die Paul- Hindemith-Schule langjährige Erfahrungen in der Unterrichts- und Förderarbeit mit der Schüler/Innenzielgruppe sowie der Zusammenarbeit mit einer sozialpädagogischen Betreuung und der Kooperation mit Betrieben im Rahmen des wöchentlichen Praxistages und zweier einwöchiger Betriebsblockpraktika nachweisen kann.

Zielgruppen und Ziele

In den Leitlinien zu PuSch werden die Ziele beschrieben und die Zielgruppe genauer benannt: Erstes Ziel ist das Erreichen des Hauptschulabschlusses. Die Quote der Abgänger ohne Abschluss konnten wir bei den Teilnehmern der SchuB- Maßnahme von einstmals 15-20% auf 3-5% reduzieren. Ebenso konnte die Quote der Schulabbrecher von rund 8% auf ein bis drei Einzelfälle reduziert werden. Im Schuljahr 2015/16 hat sich – nach Wegfall der SchuB-Maßnahme - die Anzahl der Schülerinnen und Schüler ohne Abschluss stark erhöht. Zum Halbjahr waren es 17 von 96 Schülerinnen und Schülern im 9. Schuljahr. Durch die Möglichkeit der Wiederholung des 9. Schuljahres für 6 bis 8 Schülerinnen und Schüler (SuS) und die Teilnahme an der PuSch-Maßnahme konnten wir die Quote der Abgänger ohne Abschluss insofern reduzieren, dass 15 von 16 Teilnehmern den Abschluss schafften. In den Leitlinien wird ausgeführt, dass PuSch sich besonders an Schülerinnen und Schüler richtet, die aufgrund ihrer spezifischen Lebenssituation benachteiligt sind. Dies trifft an unserer Schule auf mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler zu und ist durch den Besitz des „Frankfurt-Passes“ für sozial Schwache ebenso nachweisbar wie durch die Quote der Schülerinnen und Schüler, die Zuwendungen zur Finanzierung von Klassen- und Abschlussfahrten aus dem Bildungs- und Teilhabepaket erhalten. Diese liegt derzeit bei rund 60%. Weiter ansteigend ist der Anteil von über 80% Kindern mit Migrationshintergrund in der Schülerschaft. Des Weiteren werden jederzeit Jugendliche mit Fluchthintergrund u.a. in PuSch A eingegliedert. Ab dem 01.04. 2016 gibt es die dritte Intensivklasse für Seiteneinsteiger, in die Schülerinnen und Schüler im Alter von 14- 15 Jahren aufgenommen worden sind. Bereits im abgelaufenen Schuljahr gab es mindestens vier bis sechs Schüler und Schülerinnen, die in die Regelklasse hätten übergehen müssen, da sie mehr als ein Jahr Deutschförderung hinter sich haben. Die Integration dieser Schülerinnen und Schüler in die 9. Regelklassen ist fast unmöglich, da sie an den Projektprüfungen, die Gruppenprüfungen sind, im ersten Halbjahr nicht teilnehmen konnten und die zentralen Abschlussprüfungen ohne besondere Vorbereitung für sie in der Regel zu anspruchsvoll sind. Wenn wir ihnen allerdings die Möglichkeit einräumen können, das 9. Schuljahr im Rahmen einer PuSch-Klasse zu wiederholen, dürfte die Anzahl der erreichten Abschlüsse deutlich zunehmen. Für alle Schülerinnen und Schüler mit Deutsch-Förderbedarf wollen wir zusätzliche Förderstunden anbieten und ein Deutsch-Förder- /Differenzierungskonzept für den übrigen Unterricht entwickeln. Am Ende des 1. Halbjahres sollen zwei Projektwochen zur Vorbereitung und Durchführung der Hauptschul-Projektprüfung genutzt werden. Die Arbeit in den Werkstätten der berufsbildenden Schule oder der Paul-Hindemith-Schule soll dem Erlernen grundlegender Begrifflichkeiten, Fertigkeiten und Fähigkeiten im Umgang mit verschiedenen Werkzeugen und Materialien dienen. Vom Betriebspraktikum erhoffen wir uns eine Ausweitung von Erfahrungen über Leben und Arbeiten in Deutschland, mehr Kontakte über die eigene Peer-Group hinaus mit der Gelegenheit zur Sprachpraxis auch außerhalb des schulischen Rahmens. Ein Ziel für alle Teilnehmer wäre es, wie es in den PuSch-Leitlinien heißt – „den Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung, in ein Arbeitsverhältnis oder in einen vollschulischen Berufsbildungsgang (zu) erleichtern und sie(zu) befähigen, in einer wissensbasierten Gesellschaft lebensbegleitend zu lernen und zu arbeiten“. Als weiteres Ziel nennen die PuSch-Leitlinien, dass „die Stärkung des Selbstwertgefühls (…) ein wesentlicher Aspekt der PuSch-Förderphilosophie (ist).“ Dies wollen wir erreichen, indem wir im und zusätzlich zum vorgesehenen Fachunterricht · Erfolgserlebnisse schaffen und die Lern- und Leistungsmotivation steigern; · persönliche Stärken und Kenntnisse fördern; · Schlüsselqualifikationen (fachliche, methodische, persönliche und soziale Kompetenz) vermitteln; · die Kommunikationsfähigkeit sowie die Lese-, und Schreibkompetenz bezüglich der deutschen Sprache schwerpunktmäßig verbessern; · die Beschäftigungs- und Ausbildungsfähigkeit erhöhen; · strukturierte Berufsorientierung sowie Praxiserfahrungen ermöglichen; · den Hauptschulabschluss im Rahmen der Verordnung ermöglichen; · die Zahl der Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss verringern; · Schul- und Ausbildungsabbrüche und unnötige Warteschleifen reduzieren bzw. vermeiden; · die Schülerinnen und Schüler in Ausbildung und Arbeit vermitteln. Eine besondere Rolle kommt der individuellen Beratung, Einzelfallhilfe und Förderplangespräche mit den Eltern und Schülern durch Sozialpädagogen und Lehrkräfte zu. Näheres zur Organisatorischen Umsetzung dieses Ziels im folgenden Abschnitt.

Organisation

Fachunterricht an der Paul-Hindemith-Schule Gemäß dem Stundenkontingent und den PuSch-Richtlinien werden die Schülerinnen und Schüler an zwei Tagen von 8:00 bis 15:30 Uhr, an einem Tag von 8:00 bis 14:30 Uhr, am Berufsschultag von 9:40 bis 14:55 Uhr und an einem Tag von 8:00 bis 12:30 Uhr den Unterricht an der Paul-Hindemith-Schule besuchen. Dabei haben Sie die Möglichkeit, in unserer Mensa ein Mittagessen einzunehmen. Grundlage des Fachunterrichts sind die Kerncurricula Hauptschule für die einzelnen Fächer. Neben den bereits weiter oben genannten besonderen Fördermaßnahmen sind die Vorbereitung auf die zentralen Abschlussprüfungen und die Projektprüfung ein zentrales Element der Unterrichtsarbeit. Die vergleichsweise kleine Lerngruppe erlaubt ein individuelles Differenzierungskonzept, abgestimmt auf die Bedürfnisse jeder Schülerin bzw. jedes Schülers. Kooperation mit einer berufsbildenden Schule/Werkstattunterricht Seit zwei Jahren kooperieren wir mit der Ludwig-Erhard-Schule, eine kaufmännische Berufsschule. Hier werden die SuS in einem „Lernbüro“ praktisch unterrichtet. Dort gibt es die Möglichkeit individuell in Kleingruppen oder einzeln am PC oder an Einzel- bzw. Gruppentischen zu arbeiten. Zusätzlich gibt es einen Chill-Out-Bereich. Zusätzlich bieten wir an der Paul-Hindemith-Schule pro Woche zwei Fachpraxisstunden in der Holzwerkstatt sowie ein Elektrotechnikprojekt an, da wir über eine entsprechende Fachraumausstattung ebenso verfügen wie über Kollegen, die im Besitz eines „Maschinenscheins“ sind und diese Arbeiten mit den SuS durchführen können. Hierbei werden u.a. abschließbare Spinde, Tische, Boomerangs oder eine Brettmontage einer elektrischen Schaltung gebaut. Diese Stunden sind donnerstags eingeplant und finden bis zu den Herbstferien statt. Danach sollen die SuS regelmäßig bis Schuljahresende in einen Betrieb (Praxistag). Die Arbeit des Sozialpädagogen Der Sozialpädagoge wird die SuS an diesen Tagen in der Werkstatt oder im Praktikum begleiten. Außerdem haben wir eine Kooperationsstunde mit Klassenlehrer, Sozialpädagogen und dem zuständigen Schulleitungsmitglied. Zudem wird der Sozialpädagoge in die Stunde zur Reflexion betrieblicher Praxis/Praxisprojekte eingebunden. Dort werden neben dem Feedback zur berufsschulischen oder betrieblichen Praxis Berufswahl, Lehrstellensuche, Einstellungsgespräche und -tests vorbereitet. Außerdem hilft er den SuS bei der Suche nach einem Praktikumsplatz und wird sie im Praktikum betreuen. Weiterhin soll der Sozialpädagoge die Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützen. Aufgaben des Sozialpädagogen im Überblick: Unterstützung der SuS bei der Suche nach einem Praktikumsplatz und regelmäßige Praktikumsbesuche Begleitung der Jugendlichen an den Tagen in der berufsbildenden Schule oder in der Werkstatt der Paul-Hindemith- Schule Unterstützung im fachtheoretischen Unterricht wie Mathematik, Deutsch, Englisch, Gesellschaftslehre und Ethik Kompetenzorientierter Förderunterricht in Mathematik und Arbeitslehre sowie Berufsorientierung Vorbereitung des Übergangs in den Beruf. Durch die sozialpädagogische Begleitung, aber auch durch die Praxistage und die Betriebspraktika wird diese Zielsetzung in den Blick genommen, um die Quote der Einsteiger in eine berufliche Ausbildung zu verbessern Kooperation mit den Lehrkräften der Paul-Hindemith-Schule, Teilnahme an gemeinsamen Koordinationsrunden, punktuelle Unterstützung im Unterricht Einzelfallhilfe bei Problemen der SuS Kooperation mit externen Institutionen und Partnern, u.a. für Lernhilfe, psychologische Unterstützung, (gesetzliche) Betreuung etc. Dieses Konzept ist Bestandteil des Berufsorientierungskonzepts der Paul-Hindemith-Schule. Das Berufsorientierungskonzept ist seinerseits Bestandteil des Schulcurriculums. Frankfurt am Main, 18.06.2018
Praxis und Schule (PuSch A)
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